2/3 How to Lebenslauf - Die 3 größten Denkfehler beim Lebenslauf - und wie du sie vermeidest!
- Kim Melina Manke
- 25. Juli 2025
- 4 Min. Lesezeit
Wenn du gerade dabei bist, deinen Lebenslauf zu schreiben oder zu überarbeiten, dann ist dieser Artikel für dich.
Denn in fast jeder Beratung, die ich zum Thema Bewerbung beginne, landet folgendes Thema als erstes auf dem Tisch:
Mythen, Denkfehler und falsche Erwartungen über den Lebenslauf.
Ich zeige dir hier die drei häufigsten Denkfehler, die ich in meiner Arbeit immer wieder höre, und gebe dir direkt kleine, umsetzbare Tipps mit an die Hand, wie du sie vermeiden kannst.

Dich erwarten drei Denkfehler über deinen Lebenslauf und Tipps, wie du sie vermeiden kannst:
1. „Im Lebenslauf muss alles drinstehen, was ich bis jetzt gemacht habe.”
2. „Mein Lebenslauf darf keine Lücke haben.“
3. „Ich muss die Begriffe aus meinem Arbeitszeugnis übernehmen.“
4. Drei letzte Tipps, damit du mit deinem Lebenslauf eingeladen wirst.
Denkfehler 1: „Im Lebenslauf muss alles drinstehen, was ich bis jetzt gemacht habe.“
Nein. Wirklich nicht. Und ganz ehrlich: wie soll das denn gehen, wenn man schon einige Jahre Berufserfahrung mitbringt, verschiedene Lebensphasen hatte und eben nicht den “graden Weg” hinter sich hat?
Der Lebenslauf ist kein lückenloser Tätigkeitsbericht, sondern ein Auswahldokument, dass einer dir unbekannten Person verdeutlichen soll, warum sie dich kennenlernen sollte.
Es geht darum, relevante Erfahrungen sichtbar zu machen und zu zeigen was für eine Person du bist.
Und nicht darum, jede Station seit dem Schulpraktikum aufzuführen.

Du siehst das auch so?
Let’s connect!
Tipp
Frage dich:
„Hilft diese Info, damit ich zu einem Gespräch eingeladen werde?“
“Bleiben große, offene Fragen, wenn ich die Erfahrung weglasse?”
“Ist mir selbst die Erfahrung so wichtig, dass ich sie zeigen möchte?”
3x Nein? Dann kann der Punkt raus.
Denkfehler 2: „Mein Lebenslauf darf keine Lücke haben.“
Die gute Nachricht: Kleine Lücken sind heute völlig normal.
Ein, zwei Monate zwischen zwei Jobs? Kein Problem. Viele Arbeitgeber wissen, dass es Zeit braucht, um sich neu zu orientieren, Bewerbungen zu schreiben oder einfach kurz durchzuatmen.
Wichtig wird es erst, wenn eine Lücke länger als zwei Monate dauert. Dann solltest du kurz benennen, was du in dieser Zeit gemacht hast.
Tipp
Du musst dich nicht rechtfertigen – nur Orientierung geben.
Zum Beispiel so:
„05/2023–10/2023: berufliche Neuorientierung & Weiterbildung“
oder
„07/2022–12/2022: Familienzeit / Pflege Angehöriger / kreative Pause“
Wenn du dich unwohl mit der Formulierung deiner Lebensphasen fühlst frage dich:
Zu welchen Phasen wäre es okay, wenn im Bewerbungsgespräch Fragen gestellt werden?
Formuliere nur das, worüber du auch bereit bist kurz zu sprechen. Denn: Alles, was im Lebenslauf steht, kann Thema im Gespräch werden.
Immer mehr Unternehmen verstehen, dass sie Menschen einstellen, die ein Leben hatten und haben werden. Dazu gehört auch Familienzeit, Pflege von Angehörigen oder eine Auszeit.
Und vergiss nicht: auch das Unternehmen sollte zu dir passen!
Wenn in einem Gespräch übermäßig kritisch auf eine Lebensphase eingegangen wird – zum Beispiel mit Kommentaren wie “Sie haben in den vier Monaten nichts gemacht?” dann ist das ein Signal. Nimm solche Fragen zum Anlass, dich selbst nochmal bewusst zu fragen:
Will ich für ein Unternehmen arbeiten, das Lücken stigmatisiert statt Menschen als Ganzes zu sehen?
Ein Lebenslauf zeigt Stationen – nicht alle davon haben wir unter Kontrolle und wir alle sind viel mehr als das .
Denkfehler 3: „Ich muss die Begriffe aus meinem Arbeitszeugnis übernehmen.“
Nein, musst du nicht.
Der Lebenslauf ist dein Dokument, kein Copy-Paste deines Zeugnisses. Wenn du Aufgaben hattest, die im Zeugnis nicht auftauchen, dann beschreibe sie selbstbewusst. Und zwar so, dass deine tatsächliche Verantwortung erkennbar wird. Wichtig ist, dass du alle Angaben, die du machst, im Gespräch erläutern kannst. Leider habe ich regelmäßig Klient*innen vor mir, deren Verantwortungsbereich weit über das Arbeitszeugnis hinaus ging.
Ich habe es schon oft erlebt, dass Klient*innen Verantwortungsbereiche hatten, die weit über das, was im Arbeitszeugnis steht, hinaus gingen. Projektverantwortung, Teamleitung, Budgetverantwortung, Einarbeitung neuer Kolleginnen – aber nichts davon schriftlich im Zeugnis.
Warum? Weil Arbeitszeugnisse einseitige Dokumente, geprägt von Formvorgaben, Machtverhältnissen oder schlicht Zeitdruck, sind.
Mach dir bewusst: Nur weil etwas nicht im Zeugnis steht, heißt das nicht, dass es nicht zählt.
Du darfst (und solltest) deinen Anteil sichtbar machen. Das ist kein Aufbauschen, sondern die Realität deiner beruflichen Erfahrung.
Tipp
Nutze Formulierungen wie:
„inkl. zeitweiser XY“
oder
„Übernahme von XY über die ursprüngliche Tätigkeit hinaus“
oder
“XY zusätzlich zum Tagesgeschäft”
So zeigst du, was du wirklich gemacht hast.
Drei letzte Tipps, damit du mit deinem Lebenslauf eingeladen wirst:
Sorge dafür, dass deine Aufgaben für alle verständlich sind.
Auch wenn Personaler*innen meist einen Überblick über viele Berufsbezeichnungen und dazugehörige Aufgabenbereiche haben, hat jeder Job andere Facetten. Deshalb reicht es nicht, nur den Titel deiner Position anzugeben – deine Tätigkeiten müssen klar und nachvollziehbar beschrieben sein.
Tipp Um sicherzugehen, dass deine Beschreibung wirklich verständlich ist, lass am besten eine außenstehende Person drüber schauen. Frag sie: „Verstehst du, was meine Aufgaben in dieser Rolle waren?“ So erkennst du, ob deine Darstellung auch ohne Insiderwissen Sinn ergibt.
Wähle Aufgaben so aus, dass sie zeigen, warum du zum neuen Job passt.
Die Aufgaben, die du unter einer beruflichen Station nennst, sollten nicht einfach nur wiedergeben, was du gemacht hast, sondern zeigen, warum du für die neue Stelle spannend bist.
Tipp
Sortiere am besten nach Relevanz:
Was hast du am häufigsten gemacht?
Was passt besonders gut zum neuen Job?
Was zeigt, wie du gearbeitet hast?
Auch wenn eine Aufgabe vielleicht „klein“ wirkte – wenn sie zu dem passt, was du jetzt machen möchtest, gehört sie unbedingt in den Lebenslauf.
Und achte darauf, dass trotzdem klar bleibt, was dein eigentlicher Jobschwerpunkt war. Ein stimmiges Gesamtbild zählt.
Achte auf einen klaren roten Faden.
Dein Lebenslauf darf Brüche und Lücken haben, aber die Richtung sollte nachvollziehbar sein. Frag dich: „Wird klar, wie die Stationen zusammenhängen?“
Wenn nicht, kürze ältere, weniger relevante Jobs und setze Schwerpunkte auf das, was deinen aktuellen Fokus zeigt.
Tipp
Mit einem kurzen Zusatz im Anschreiben oder Bewerbungsformular kannst du Übergänge gut einordnen.
Du musst deinen Lebenslauf nicht „perfekt“ machen.
Nur so, dass er dich zeigt, zu dir passt und du dich wohl fühlst.
Wenn du willst, begleite ich dich gern dabei.
Schreib mir einfach 😊


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